DADDADIRFGT
veröffentlicht am 25. Februar 2008 von Ansgar Bolle
…steht für einen weiteren - auch wieder erfolglosen - Versuch, mir mein sauer verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen.
Mir flatterte heute ein grauer Umschlag in dezentem behörden-recycling-grau in den Briefkasten. Graue Umschläge lösen bei mir immer auch entsprechende Gefühle aus, so auch in diesem Fall. Sonderbar nur: der Absender war nicht zu erkennen, allein ein “Entgelt bezahlt - 94315 Straubing” war oben rechts auf dem Umschlag eingedruckt.
Also aufmachen und mal reinschauen. Aha, der DAD Deutscher Adressdienst Deutsches Internet Register für gewerbliche Teilnehmer” bettelt um meine Aufmerksamkeit:
Datenaktualisierung 2008
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen der regelmäßigen Aktualisierung Ihrer Eintragung im Deutschen Internet Register, möchten wir Sie bitten, die Richtigkeit und Vollständigkeit Ihrer bei uns verzeichneten Daten zu überprüfen (…).
Ihre derzeit verzeichneten Daten finden Sie auf dem beiliegenden Formular, das Sie bitte nutzen, falls Sie einen kostenpflichtigen Auftrag erteilen möchten. Die kostenlose Basiseintragung und deren Aktualisierung können nur über unsere Webseite www.DeutschesInternetRegister.de unter dem Menüpunkt “Registrierung” von Ihnen selbst vorgenommen werden (…).
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Eintragung im Deutschen Internet Register!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Redaktion
Oh toll…
Nur was in aller Welt ist das “Deutsche Internet Register” und wie kommen die an meine Daten? Ich habe mich dort jedenfalls nie eingetragen. Mal schauen, was Google zum DAD, dem Deutschen Adressdienst, oder zum Deutschen Internet Register so zu melden hat. Hier mal eine kleine Auswahl:
- “Domain-Abzocke: Fragwürdiger Adressdienst verlangt 880 Euro”
- “Deutsches Internet Register”
- “Detailfragen”
- http://adressbuchbetrug.info
- “Deutsches Internet Register”
- “Warnung vor dem Deutschen Internet Register”
- http://www.stopecg.org/dad.htm
- …und so weiter, und so weiter…
Auf dem beiliegenden Formular sind schon einige Daten eingedruckt, die ich “unbedingt” auf ihre Richtigkeit prüfen soll und diese “ggf. in den dafür vorgesehenen Feldern” korrigieren soll. Ooops, die Daten sind ja gar nicht richtig. Firmenname falsch (”Ansgar Bolle”), Adressdaten falsch, Webadresse falsch (”www.jazzfestival-muenster.de”), Branche falsch (”Designer”, ist das überhaupt eine Branche?).
Nun könnte man das ja mal eben schnell korrigieren und zurückfaxen/mailen/schicken. Der kleine Haken an der Sache: benutzt man das beiliegende Formblatt, erteilt man einen Auftrag, der es in sich hat:
Hiermit erteilen wir der DAD Deutscher Adressdienst GmbH (…) den Auftrag, vorstehende Angaben (…) zu veröffentlichen. (…) Die Anzeige wird mit 958 Euro zzgl. gesetzlicher MwSt. jährlich berechnet und ist jeweils nach Rechnungsstellung im Voraus zu bezahlen. Der Auftrag gilt für die nächsten zwei Jahre und verlängert sich anschließend jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er nicht drei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. (…) Der Verlag behält sich das Recht zur Gestaltung der Anzeigen vor. (…)
Selten so gelacht. Aber versuchen kann man es ja mal…
Ach ja, den beiliegenden Umschlag schicke ich gerne zurück: mit der Bitte um Datenauskunft nach dem BDSG.