Ganz Chemnitz schaut in die Röhre…
veröffentlicht am 15. Mai 2007 von Ansgar Bolle
Wer zur Zeit durch Chemnitz schlendert, stolpert hier und da über seltsam deplaziert wirkende Gebilde. Rohre, große Rohre, sehr große Rohre. Die Installation erinnert an ein Jahrhundertprojekt der DDR, das vor dreißig Jahren mit dem Bau der legendären Erdgaspipeline “Druschba” begann. Sie ist der 550 Kilometer lange Abschnitt der Erdgasleitung von Orenburg im Südural bis an die Westgrenze der Sowjetunion, die sich insgesamt über 2.750 Kilometer erstreckt.
Am 1. Februar 1970 schloss die damalige Sowjetunion mit der Bundesrepublik einen Vertrag - grob mit dem Inhalt: Gas gegen Kohle. Um den Vertragsverpflichtungen nachzukommen, wurden die sozialistischen “Bruderstaaten” von der Sowjetunion verpflichtet, den Bau der Erdgastrassen zu unterstützen. Dafür bekamen sie einen Teil des geförderten Erdgases kostenfrei.
Art und Ort der Präsentation sind so außergewöhnlich wie der Inhalt: 10 begehbare Großrohre, die bis zu sechs Meter lang sind, werden in der Chemnitzer Innenstadt installiert. Im Inneren der Rohre erleben die Besucher noch einmal hautnah und aus erster Hand, wie es beim “Trassenbau” zuging. Fotos und Dokumente von Zeitzeugen beleuchten dabei nicht nur den Bau des “linearen Teils”, also der eigentlichen Pipeline, sondern auch den Aufbau einer gigantischen Infrastruktur, bei der komplett neue Städte entlang der Trasse entstanden.
Die Installation ist ab dem 12. Mai 2007 und über die Museumsnacht am 19. Mai 2007 hinaus bis zum Pfingstmontag, dem 28. Mai 2007, in der Chemnitzer Innenstadt zu sehen.
Die Website zur Installation wurde von multimediadesign.net gestaltet und für unseren Kunden Erdgas Südsachsen GmbH umgesetzt.